Chennai – Bern

Nach dem wirklich schlechten Start in Chennai war es für uns eine richtige Wohltat wieder einmal in der Natur zu campen. Wir fanden auf dem Weg von Chennai nach Goa, wo wir unseren „alten“ Reisefreund Urs treffen wollten, einige wunderschöne Plätzchen zum übernachten. Es gibt sie also doch in Indien, die Orte ohne Hektik, ohne Verkehr, ohne Abfall, ohne Lärm – unsere Stimmung hob sich von Tag zu Tag.

In Goa konnten wir tatsächlich ein grosses Wiedersehen mit Urs feiern. Da er von Norden und wir von Süden kamen, konnten wir viele Erfahrungen und Tipps austauschen.

Die Szene an den Stränden von Goa ist wirklich sehr speziell. Neben den jungen Leuten, die sich hier (mit Drogen) selbst verwirklichen wollen, leben tatsächlich noch einige „Original-68-er“ hier. Es ist wirklich witzig Damen und Herren im Alter zwischen 60 und 80 Jahren in Hippiekleidern, mit ausgelatschten Sandalen und mit einem Joint in der Hand zu sehen.
Wir zogen es vor, diesem Rummel zu entfliehen und fanden vom Massentourismus noch nicht entdeckte Strände.

Von Urs erfuhren wir, dass es in Indien noch frei lebende Tiger geben soll. Also machten wir uns auf den (Um-) Weg zu den Nationalparks im Zentrum von Indien. Wir hatten riesiges Glück und konnten tatsächlich vom offenen Jeep aus einen stattlichen Tiger beobachten.

Indien weist auch zahlreiche kulturelle Highlights auf. Neben den bekannten Bauten wie Taj Mahal in Agra oder dem goldenen Tempel in Amritsar sahen wir viele kleine, reizende Tempel. Die Religion wird in Indien gelebt, gehört zum Alltag und ist im Gegensatz zu Europa sehr farbig.

Indien war für uns äusserst spannend und sehr interessant zu bereisen. Allerdings waren die 5250 mit dem eigenen Fahrzeug in Indien gefahrenen Kilometer manchmal auch sehr anstrengend. Ein paar eindrückliche Erlebnisse der intensiven Zeit in Indien sind im Bericht „Incredible India“ geschildert.

Wie vorgesehen führte unsere Weiterreise über Pakistan und Iran in die Türkei. Die beiden ersten Länder waren für uns doch recht grosse Fragezeichen. Von anderen Reisenden hörten wir, dass man in Pakistan und teilweise im Iran nur mit Polizeieskorte reisen kann. Den internationalen Nachrichten im Internet konnten wir nur Negativmeldungen entnehmen.

Mit einem gewissen Unbehagen reisten wir also zum einzigen offenen Grenzübergang zwischen Indien und Pakistan. Wir wurden mit einem „Welcome in Pakistan“ begrüsst. Die Zollformalitäten wurden rasch und freundlich erledigt. Die Zöllner verzichteten sogar auf eine Durchsuchung des Fahrzeugs. Zu unserem Erstaunen wurden wir nach kurzer Zeit aus dem Zollareal mit einem „Have a nice journey in Pakistan“ entlassen. Wir konnten also ohne Polizeibegleitung fahren – welche Überraschung!

Was wir auf unserer Durchquerung von Pakistan und Iran dann so alles erlebten, beschreibt Brigitte aus der Sicht der Frau im folgenden Artikel. Ich erwähne an dieser Stelle nur, dass in Pakistan die schönsten Lastwagen, Busse und Traktoren der Welt fahren. Im Iran gibt es hingegen das billigste Diesel der Welt. Wir bezahlten für eine Tankfüllung von 100 Litern umgerechnet Fr. 2.00!!! Richtig ein Liter kostet 2 Rappen!!!

Nach 18 sehr intensiven und anstrengenden Reisetagen in Pakistan und Iran freuten wir uns auf ein paar Tage Erholung in der Türkei. Von Erholung konnte jedoch vorerst noch nicht die Rede sein. Die ersten Tage in der Türkei kämpften wir mit winterlichen Bedingungen. Regen, Frost und Schnee waren unsere Begleiter. Aus diesem Grund beschlossen wir möglichst rasch an die Südküste zu fahren. Hier fanden wir wirklich ideale Reisebedingungen: schönes Wetter, nicht zu heiss und nicht zu kalt, wenig Touristen.

Nach ein paar Tagen am Meer merkten wir, dass wir alle etwas erschöpft und ausgelaugt waren. Nach der intensiven Zeit in Indien, der teilweise anstrengenden Durchquerung von Pakistan und Iran hatten wir wirklich dringend Erholung nötig. So beschlossen wir noch ein paar Tage Ferien im herkömmlichen Sinn in der mediterranen Südtürkei zu machen. Es gibt hier noch wunderbare, vom Tourismus nicht verbaute Buchten mit glasklarem Wasser.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge machten wir uns definitiv auf den Heimweg. Einerseits freuten wir uns wieder auf die eigenen vier Wände und auf das Wiedersehen mit Freunden und Bekannten. Andererseits wären wir noch gerne etwas in wärmeren Gefilden geblieben, als wir uns über das Wetter in der Schweiz informierten.

Mit der Fähre überquerten wir die Dardanellen und betraten seit langer Zeit wieder einmal europäischen Boden. Nun ging’s quer durch Griechenland bis nach Igoumenitsa, wo wir die Autofähre nach Venedig nahmen. Dieses Schiff verfügt über ein so genanntes Campingdeck, d.h. wir konnten an Bord in unserem Auto übernachten. Für uns war dies eine erholsame und kostengünstige Weiterreise. Die Einfahrt in den Hafen von Venedig war wirklich toll, da sich die Stadt bei strahlendem Sonnenschein von ihrer schönsten Seite zeigte.

Wie nicht anders zu erwarten war, wurde das Wetter immer schlechter, je mehr wir uns der Schweiz näherten. In Bellinzona übernachteten wir das letzte Mal auf unserer Reise im Auto – beim strömendem Regen und winterlicher Kälte.

Zum Glück durften wir bei unserer Ankunft in Köniz einen wirklich warmen und herzlichen Empfang durch Freunde und Nachbarn erleben, sonst wären wir vielleicht sofort wieder in den Süden gefahren.

Daniel

Pakistan – Iran aus der Sicht von Brigitte

Vor dem Grenzübertritt nach Pakistan stellte ich mir die Frage, ob es notwendig oder sinnvoll wäre, ein Kopftuch zu tragen. Immerhin wollten wir durch ein streng moslemisches Land reisen. Da jedoch in Pakistan keine offizielle Kopftuchtragepflicht besteht, verzichtete ich aus Solidarität zu den Frauen auf das Kopftuch.

In der Grossstadt Lahore war ich mit meinen sichtbaren Haaren auch nicht allein. Wir sahen tatsächlich einige Frauen ohne Kopftuch. Die ganze Stadt wirkte recht europäisch, was mich etwas überraschte. Dass in Lahore wohl doch einige Probleme bestehen, merkten wir an den strengen Kontrollen von Personen und Fahrzeugen bei Hotels, Banken und anderen Gebäuden. Überall waren bewaffnete Securityguards postiert. An jeder wichtigen Kreuzung und vor jedem grösseren Hotel schauten Männer mit Maschinengewehren hinter Bergen von Sandsäcken hervor. Auch wenn sich das Leben in der Stadt eigentlich fast normal abspielte, hatte ich doch ein mulmiges Gefühl.

Sobald wir auf dem Land und in den kleineren Städten unterwegs waren tauchten wir in eine reine Männerwelt ein. Frauen waren auf öffentlichen Strassen und Plätzen kaum mehr zu sehen. In den Geschäften und Märkten verkauften nur Männer ihre Waren. Die wenigen Frauen, die wir sahen, waren alle verschleiert (bei 40°C). Diejenigen, die von Kopf bis Fuss einen schwarzen Umhang trugen, nannten wir unter uns spasseshalber „Gspängschtli“.

Auf unserer Fahrt Richtung Iran wollten wir einmal etwas ausserhalb eines Dorfes campen. Die Dorfbewohner waren sehr freundlich und erklärten, dass wir gerne bei ihnen übernachten könnten. Ein Mann, der sich immer im Hintergrund hielt, rief jedoch die Polizei. Die Polizisten erklärten dann mit netten aber bestimmten Worten, dass wir besser auf dem Polizeiposten übernachten würden. Statt an einem schönen Platz auf dem Land, mussten wir auf einem staubigen Platz direkt an der Hauptstrasse übernachten.

Ein weiteres komisches Erlebnis hatten wir in der Stadt Multan. Daniel und ich fuhren von unserem Hotel mit dem dreirädrigen Taxi zu einem schönen Monument, das wir besichtigen wollten. Als wir am Spazieren waren, kam schon die Polizei und fragte, wo unser Bodyguard sei. Als wir erklärten, dass wir keinen Bodyguard hätten, empfahlen sie uns, aus Sicherheitsgründen wieder ins Hotel zu gehen, was wir schliesslich auch taten.

Ungefähr 100 km vor der Stadt Quetta wurden wir bis in die Stadt von der Polizei begleitet. Quetta befindet sich nahe der afghanischen Grenze und wird als Hochburg der Islamisten bezeichnet. Wir übernachteten in unserem Auto auf einem sicheren Hotelparkplatz.
Quetta war für mich eine furchtbare Stadt: überall nur Polizei und Armee; Frauen sah man überhaupt keine; es war richtig ungemütlich.

Am nächsten Morgen wartete schon unsere Polizeieskorte, die uns die nächsten 700 km entlang der Grenze zu Afghanistan bis zum Grenzposten mit Iran begleiten und beschützen sollte. Eigentlich war es nicht eine einzelne Eskorte, sondern die Polizisten wechselten sich alle paar Kilometer ab. Manchmal begleitete uns ein Auto mit mehreren bewaffneten Polizisten, manchmal ein Motorrad mit einem Fahrer und einem Scharfschützen, manchmal fuhr auch ein einzelner Polizist in unserem Auto mit, der ein altes Gewehr bei sich trug.

Die Fahrt bis zur iranischen Grenze war recht stressig, weil wir wegen dem Transitvisum viel fahren mussten. Zudem waren wir uns auch nicht gewohnt, ständig von bewaffneten Personen begleitet zu werden. Ich muss an dieser Stelle jedoch auch erwähnen, dass die Polizisten in Pakistan immer sehr freundlich und gut organisiert waren. Die Wechsel der Eskorten gingen rasch, manchmal mussten wir nicht einmal anhalten.

Ganz anders war es im Iran. Die Polizeieskorte war sehr schlecht organisiert. Bereits an der Grenze mussten wir zwei Stunden auf einen Polizisten warten, der uns sofort die Pässe abnahm. Auch auf den nächsten 550 Kilometern, die die Polizeibegleitung andauerte, mussten wir bei den Wechseln immer wieder lange warten. Am schlimmsten waren jedoch die Polizisten selber. Sie waren alle sehr arrogant und sprachen überhaupt kein englisch – richtig unsympathische Machotypen. Im Gegensatz zu Pakistan hatte ich im Iran das Gefühl, dass uns die Polizei nicht beschützen, sondern kontrollieren wollte. Die Zeit mit der Eskorte war im Iran wirklich sehr, sehr mühsam.
Nach sechs Tagen ununterbrochener Polizeibegleitung waren wir wirklich froh wieder frei reisen zu können.

Frei reisen ist ein relativer Begriff. Ich musste im Iran ein Kopftuch tragen, Kleider mit langen Ärmeln und Hosen oder Röcke, die bis zu den Knöcheln reichten. Diese Regeln gelten auch beim Autofahren, im Restaurant und sogar auf dem Balkon des Hotelzimmers.

Wir fuhren nach Isfahan, wo ich mein Geburtstagsgeschenk einlösen durfte: ein Aufenthalt im luxuriösen orientalischen Hotel Abbasi. Isfahan ist eine sehr angenehme und ruhige Stadt. Wir besuchten die wunderschönen Moscheen, den Bazar und den berühmten Platz „Meydan-e Emam“, wo sich viele Leute tummelten. Die Iraner und vor allem die Iranerinnen sind sehr kontaktfreudig und wollten häufig Fotos mit mir machen. Die Frauen, die mich ansprachen waren nicht die „Gspängschtli“, sondern die modernen Iranerinnen. Es war offensichtlich, dass sie das Kopftuch lieber nicht getragen hätten. Eine modebewusste Frau kann sich im Iran wegen den Kleidervorschriften kaum vorteilhaft anziehen.

Alle Leute, die wir im Iran getroffen hatten waren – mit Ausnahme der Polizisten – wirklich immer sehr sehr nett.

Leider war unser Aufenthalt in Isfahan nur sehr kurz. Wir mussten weiter Richtung Norden fahren und die Türkei erreichen, bevor unser Transitvisum ablief. Auf sehr guten Strassen fuhren wir durch immer grüner werdende Berglandschaften. Im Hintergrund sah man die hohen Schneeberge – ein fantastisches Panorama.
Diese Landschaft erinnerte mich doch sehr an die Schweiz. Ich bekam fast ein bisschen Heimweh. Ich freute mich wieder nach Hause zu kommen.

Brigitte

Incredible India

Indien macht mit dem Slogan „Incredible India“ Werbung für den Tourismus. Diese Werbung trifft den Nagel auf den Kopf. Indien war für uns wirklich „unglaublich“.

Wir trafen zahlreiche Leute, die von Indien schwärmten und andere, die nie mehr nach Indien reisen würden. Unter den Reisenden kursiert der Spruch „India – you love it or you hate it“. Für uns traf beides zu! Es gab Situationen, da wären wir froh gewesen, gar nie nach Indien gefahren zu sein. Wir erlebten jedoch auch Momente, die wir für lange Zeit in positiver Erinnerung behalten werden.

Die Eindrücke, die eine Reise in Indien hinterlässt, sind auf alle Fälle sehr intensiv. Die Fotosujets sind in Indien so zahlreich wie in keinem anderen Land. Nachfolgend ein paar Müsterchen aus „Incredible India“.

Was sich auf den Strassen Indiens abspielt ist für uns Europäer wirklich unglaublich. Wir merkten dies bereits kurz nach der Ausfahrt aus dem Hafen, als uns ein Kleinwagen ohne ersichtlichen Grund seitlich rammte und unser Standlicht an der vorderen Stossstange in die Brüche ging. Der Kleinwagen hatte die ganze linke Tür eingedrückt. In Indien ist dies kein Grund um überhaupt anzuhalten.

Am wenigsten Probleme bereiten eigentlich die Kühe, die im Strassenverkehr immer wieder anzutreffen sind. Sie liegen häufig nur am Rand der Fahrbahn oder auf dem Mittelstreifen.

Es ist nicht selten, dass auf einer Autobahn ein Lastwagen, ein Traktor oder ein Ochsenwagen auf der falschen Seite entgegen kommt. Es ist nicht selten, dass auf einer engen Bergstrasse plötzlich zwei sich überholende Lastwagen entgegen kommen. Vortrittsregeln oder Blinker kennen die Inder nicht. Das wichtigste Aggregat am Fahrzeug ist das Horn. Mit dem Horn wird ausgedrückt „Achtung ich komme!“ Da die wenigsten Fahrzeuge über Rückspiegel verfügen, ist es üblich, bei jedem Überholmanöver die Hupe zu betätigen. Dies wird vom Vordermann auch erwartet, deshalb steht fast an jedem Lastwagen hinten „Please horn“, „Sound horn“ oder „Blow horn“.

Lastwagen und Anhänger sind häufig derart breit beladen, dass ein Kreuzen oder Überholen auf einer Landstrasse kaum mehr möglich ist.

Das Verrückteste, was wir auf Indiens Strassen sahen, war wohl der religiöse Fanatiker, der sich rollend auf der Autobahn Richtung Amritsar zum Goldenen Tempel bewegte. Er drehte sich halb auf dem Pannenstreifen, halb auf der Fahrbahn immer wieder vom Rücken auf den Bauch, vom Bauch auf den Rücken usw. und rollte sich so die verbleibenden 130 km (!) nach Amritsar. Er wurde von einer Frau und einem Kind begleitet. Sein ganzes Hab und Gut war auf einer Velo-Rikscha geladen, die an einen kleinen Tempel erinnerte. Laute Musik begleitete das ganze Spektakel. Seht euch den kurzen Film an, den Etienne gedreht hat.  Incredible India.

Wir erlebten auf all unseren Reisen noch kein Land, in dem der Strassenverkehr so gefährlich war wie in Indien. Wir waren jeden Abend froh in keinen Unfall verwickelt gewesen zu sein.

Auch neben der Strasse zeigten sich einmalige Bilder, die wohl nur in Indien zu sehen sind. Sehr lustig fanden wir das indische Farbfest, bei dem überall mit Farbe um sich geworfen wurde, so dass am Schluss Menschen, Tiere und Fahrzeuge (auch unser Fahrzeug) bunt daher kamen.

Bilder sagen bekanntlich mehr als tausend Worte – schaut euch noch ein paar Fotos aus „Incredible India“ an!

Daniel

Paragliding

In Panchgani, Indien trafen wir unseren Afrikafreund Urs. Urs ist ein Paraglider, d.h er fliegt mit einem Gleitschirm.  Er fragte uns, ob wir einmal mit ihm, mit dem Paraglider fliegen möchten. Wir nahmen dieses Angebot an und so machten wir uns am nächsten Morgen gegen 12.00 Uhr auf zum Startplatz der Paraglider.

Mit ein paar anderen Paraglider warteten wir auf Thermik. Ein Paraglider stellte eine Windfahne auf, um zu schauen, von wo dass der Wind kommt. Es kam leider keine Thermik auf und deswegen konnten wir nicht starten. Eine junge Engländerin wollte aber unbedingt fliegen. Sie machte sich parat und startete. Wir schauten ihr nach wie sie ins Tal segelte und dann im Tal auf einer Wiese landete. Sie nahm das nächst beste Taxi in das Dorf am Fusse des Berges und kam dann mit dem Bus wieder auf den Berg. Weil sie so schnell im Tal gewesen war, beschlossen wir nicht jetzt zu fliegen, sondern auf Thermik zu warten und am Nachmittag noch mal zu probieren.

Um 16.00 Uhr liefen wir zum 2. Startplatz und da meinte Urs es wäre super Thermik zum fliegen. Urs und ich, wir machten uns Startklar und liefen dann Richtung Abhang. Wir rannten und Daniel stiess uns noch ein bisschen nach vorne und dann gab es einen heftigen Ruck nach hinten und wir waren in der Luft!!!

Urs steuerte nach vorne und dann stiegen wir auch schon 100m mit der Thermik. Als wir höher waren als der Berg konnten wir das ganze Land überblicken, soweit man sehen konnte. Dieser Ausblick war einfach fantastisch! Als wir auf 1500m.ü.M. waren, drehten wir uns ganz schnell im Kreis um an Höhe zu verlieren, denn der Start- und Landeplatz lag auf 1200m.ü.m. Als wir diese Umdrehungen machten, hatte ich das Gefühl als wäre ich ganz leicht. Wir wollten landen, doch wir konnten nicht, denn die Thermik wollte dies nicht zulassen. Nach 10 Minuten als die Thermik nachliess, wollten wir landen, doch da landeten gerade alle anderen Paraglider und deshalb warteten wir noch. Als die Sonne gerade am untergehen war, konnten wir dann endlich landen. Die Landung verlief problemlos und dann machte sich Daniel auch noch parat für einen kurzen Flug. Als Urs und Daniel gestartet waren, sanken sie zuerst ein bisschen, kamen dann aber mit der abnehmenden Thermik doch wieder hoch. Da die Sonne jetzt untergegangen war, hatte es keine Thermik mehr und deswegen mussten sie schnell landen gehen. Sie mussten auf dem Krishna Landeplatz, der ein bisschen weiter unten lag, landen. Da es ihnen nicht mehr gereicht hatte auf dem Start- und Landeplatz zu landen.

Etienne

Bangkok – Chennai (Madras)

Nach einem für uns sehr langen, aber angenehmen Aufenthalt in der Grossstadt Bangkok ging’s Richtung Süden. Wir freuten uns wieder mit unserem kleinen fahrenden Haus unterwegs zu sein. Wir fanden einige schöne Übernachtungsplätze, teilweise direkt am Meer an unberührten Stränden (ja das gibt es in Thailand noch!).

Nach dem Grenzübertritt nach Malaysia wurde es mit den Übernachtungsplätzen schon schwieriger. Das Klima ist tropisch, die Vegetation sehr üppig, so dass es kaum möglich war neben Strassen oder Wegen das Auto zu parkieren. Wir übernachteten deshalb häufig auf Parkplätzen oder in Hotels, was nicht immer sehr romantisch war.

Malaysia ist ein moslemisches Land, was uns insbesondere an der Kleidung und Kopfbedeckung der Frauen sofort auffiel. Nur ca. ein Drittel der Bevölkerung stammt aus Malaysia selber. Die Vorfahren zahlreicher Malaien wanderten aus China ein. Die chinesisch-stämmigen Malaien bilden heute wirtschaftlich eine sehr wichtige Bevölkerungsgruppe. Zahlenmässig ebenso wichtig ist der ursprünglich aus Indien stammende Bevölkerungsteil.

Wir erlebten Malaysia als ein Land, in dem äusserst unterschiedliche Kulturen und Religionen aufeinander treffen. Trotzdem haben alle Malaien ein nationales Bewusstsein, auch wenn es innenpolitisch immer wieder Reibereien gibt.

Malaysia (genauer Westmalaysia) ist entlang der Südküste dicht besiedelt.  Malaysia ist ein hoch entwickeltes Land mit europäischem Standart. Wir müssen an dieser Stelle jedoch auch erwähnen, dass wir nur einen sehr kleinen Teil von Malaysia bereisen konnten, da unser Aufenthalt von über drei Wochen in erster Linie mit der Organisation unserer Weiterreise ausgefüllt wurde.

Der Bürokram, der für die Schiffsreise für den Duro und die Flugreise für uns und vor allem für Pippo erledigt werden musste, war enorm. Büroarbeiten sind ja für uns in der Regel kein Problem. Mit einer minimalen Infrastruktur, in einer Fremdsprache, in einer fremden Kultur, ohne Ortskenntnisse und vor allem bei der in Malaysia herrschenden Hitze und Feuchtigkeit werden Büroarbeiten sehr mühsam. Zwischendurch hatten wir wirklich die Nase voll.

Aber wir schafften es, alle notwendigen Papiere, Bewilligungen, Stempel usw. zu erhalten, so dass wir das Fahrzeug am 7. Januar 2010 auf einen 40-Fuss Flat-Rack-Container (Container ohne Decke und ohne Seitenwände) fahren, festzurren und „einpacken“ konnten. Bereits am übernächsten Tag flogen wir von Kuala Lumpur nach Chennai (früher Madras) in Indien. Wie auf den Fotos zu sehen ist, konnten wir den Container mit befreundeten Reisenden (schweizerisch-holländischen Paar) teilen.

Mit der für uns sehr ungewohnten Reiseart per Flugzeug nahm auch unsere Reiserute eine Wendung. In Malaysia war der südlichste Punkt unserer gesamten Reise. Von da an bewegten wir uns nur noch Richtung Nordwesten, Richtung Heimat. Die Rückreise hatte begonnen!

Die ersten paar Tage in Indien waren für uns ein richtiger Schock. Nach dem wohl organisierten, sauberen Malaysia war Chennai wirklich nur schwer zu ertragen.

Als erstes fiel uns die grosse Anzahl Menschen auf, die überall auf den Strassen und Plätzen gehen, sitzen, liegen oder schlafen. Der Dreck, der Abfall, der Kot, der die Strassenränder bedeckt ist unbeschreiblich. Viele Leute leben gemeinsam mit streunenden, kranken Hunden, Schweinen und den allgegenwärtigen Kühen in diesem Dreck. Die Armut ist hier ganz schlimm.

Auf alle Fälle waren wir sehr froh, als wir unseren Camper unbeschädigt aus dem Hafengelände herauslösen und die Stadt verlassen konnten.

Auf unserer sechswöchigen Fahrt quer durch den Subkontinent durften wir glücklicherweise auch die schönen und angenehmen Seiten von Indien kennen lernen. Ein Werbeslogan für Indien lautet: „Incredible India“. Indien ist wirklich „incredible“; davon jedoch später.

Daniel

Moto-GP in Sepang, Malaysia

Als wir in Malaysia auf ein Schiff warteten, hatten wir aus dem Internet vernommen, dass auf dem Sepang International Circuit ein Training der Moto-GP stattfindet.

Als wir auf die Rennstrecke zufuhren konnten wir schon von weitem das Dröhnen der Motoren hören. Wir parkierten unseren Wagen und liefen dann bewaffnet mit Camera und Feldstecher Richtung Eingang. Am Eingang mussten wir unsere ID abgeben und bekamen dafür einen Eintrittspass. Weil es nur ein Training war, war es gratis und wir konnten überall rund um die Ziellinie herumlaufen. Je näher wir kamen, desto lauter wurde das Dröhnen der Motoren. Das erste Mal als wir die Rennstrecke erspähen konnten, sahen wir gerade wie ein rotes Motorrad durchflitzte. Auf der Tribüne angekommen, mussten wir uns auch schon wieder die Ohren zuhalten, da ein Motorrad mit 300km/h und mit enormem Lärm vorbeiraste. Das erste was wir gegen den Lärm tun konnten war: Ohrenstöpsel kaufen.

Wir probierten uns zu erinnern was für Nummern die Stars auf ihren Motorrädern haben. Da erkannten wir sie auch schon. Jorge Lorenzo, Valentino Rossi, Casey Stoner und alle anderen Stars, die wir vorher immer nur im Fernseher gesehen hatten, konnten wir auf den Motorrädern erkennen. Als viele Hauptfahrer in der Box waren und nur noch die Testfahrer fuhren, verliessen wir das Rennstreckengelände und gingen Mittagessen.

Etienne

Achtung – die Presse kommt!

Als wir im Hotel Histana in Port Klang, Malaysia wohnten und unsere Weiterreise nach Indien organisierten, zeigte die Hoteldirektion grosses Interesse an unserer Reise. Für sie war es unvorstellbar mit einem Kind und einem Hund im Auto so weit durch die Welt zu reisen.

Wir wurden zu einem ausserordentlichen chinesischen Galadinner eingeladen und erzählten von unserer Reise. Es war übrigens das exzellenteste Essen auf der ganzen Reise; und das will etwas heissen, denn das Essen war in China und Südostasien immer hervorragend.

Am nächsten Morgen meinte der Hoteldirektor, dass er gerne eine Pressekonferenz über unsere Reise (und unseren Hotelaufenthalt) organisiert hätte. Gesagt – getan!

Einen Tag später sassen wir sieben Journalistinnen und Pressefotografen gegenüber und standen ihnen Red und Antwort. Wir wurden schliesslich in vier lokalen, chinesischen Tageszeitungen und einer landesweit erscheinenden englischen Zeitung verewigt.

Für uns war der ganze Trubel eine willkommene Abwechslung bei der teilweise mühsamen Organisation der Weiterreise.

Brigitte und Daniel

Mein erster Flug

“Good morning everybody! Here is Captain Pippo speaking. I welcome you to our flight from Kuala Lumpur to Chennai. We are cruising at an altitude of . . .”

Ja, ja jetzt kann ich schon Witze machen über meinen ersten Flug. Aber auf einer Höhe von 10’000 m war mir damals nicht nach Lachen zu Mute. Wie es dazu kam, will ich euch nun kurz erzählen.

In Malaysia ist alles was Hunde betrifft etwas kompliziert. Hunde sind eigentlich nirgends erlaubt, das merkte ich erstmals im Hotel. Wegen der grossen Hitze wollte ich natürlich ins klimatisierte Zimmer. Um das Schild „NO PET“ brauchte ich mich nicht zu kümmern, da ich ja eigentlich kein Englisch spreche. Als meine Rudelführerin am nächsten Morgen bei der Direktion des Hotels fragte, ob es nicht ausnahmsweise möglich sei, mich im Hotelzimmer unterzubringen, traf den Herrn Direktor fast der Schlag. Es sei absolut unmöglich einen Hund im Hotel zu halten. Moslemische Gäste würden das Hotel nie mehr besuchen, wenn sie einen Hund im Hotel sehen würden. Es kam sogar soweit, dass ich regelrecht aus dem Hotel geschmuggelt werden musste. Ich musste mich in eine TV-Kartonbox setzen und wurde mit dem Gepäckwägeli vom Zimmer aus dem Hotel gerollt – wie erniedrigend für mich, ich kann ja noch sehr gut selber gehen. Die nächsten zwei Wochen, wohnte ich also im Camper. Hier war es zwar warm, aber ich war wenigstens willkommen.

Ihr Zweibeiner braucht für einen Flug nur ein Ticket, einen Pass und allenfalls ein Visum. Ich hingegen benötigte – und daraus erkennt man wie wichtig ich bin – folgende Dokumente:

  • meinen Pass (Heimtierausweis mit Foto und Impfungen)
  • eine Exportlizenz aus Malaysia
  • ein Gesundheitszeugnis (nach einer Untersuchung beim Government Veterinary Officer of Malaysia)
  • eine Bestätigung vom Government Veterinary Officer, dass ich unter keiner der folgenden Krankheiten leide: rabies, canine distemper, parvo virus infection, leptospirosis, Infectious Canine Hepatitis/Aujeszky’s disease, Scabies and Leishmaniosis etc.
  • Ein NOC-Formular (Non Objection Certificate for import of one dog into India). Dieses Dokument wurde vom Quarantine Officer in Chennai, Indien per E-Mail übermittelt und enthält die Mitteilung, dass ich nach der Ankunft für 30 Tage in die Quarantäne müsse.

Mehrmals hörte ich, wie meine Rudelführer fluchten, als sie über den Papierkram sprachen, der für meine Weiterreise notwendig war.

Ein paar Tage vor der Abreise erhielt ich eine tolle Hundebox. Ich fühlte mich darin sofort wohl, da ich auf meiner roten Decke liegen konnte. Die letzten zwei Tage verbrachte ich im Dog-Hotel, weil unser Auto bereits auf dem Schiff war und ich ja bekanntlich im normalen Hotel nicht untergebracht werden durfte. Ich war der einzige Gast im Dog-Hotel und hatte ein ganzes Zimmer für mich allein. Meine Familie kam mich besuchen und ging mit mir Gassi.

Am Dienstag, 9. Februar 2010, 04.00 Uhr ging’s endlich los. Mit dem Spezialtaxi (das normale Taxi transportiert keine Hunde) fuhren wir zum Flughafen. Für mich war es völlig unbegreiflich und sehr erniedrigend, dass ich als übergewichtiges Gepäck einchecken musste. Ich bin weder übergewichtig noch ein Gepäckstück!!!

In meiner Box wurde ich mit dem Gepäckwagen zum Flugzeug gerollt. Hier wurde mir erstmals klar, dass etwas wirklich Unheimliches auf mich zu kommen würde. Und so war es dann auch. Mit ohrenbetäubendem Lärm und Vibrationen, die sogar mein Schlottern übertrafen, wurde ich unerwartet in eine Ecke meiner Flugbox gedrückt und plötzlich ging es wie in einem Lift aufwärts. Ich legte mich ganz flach auf den Boden meiner Kiste. Was sollte ich anderes tun?

Nach einer unheimlich langen Zeit fing es auf einmal wieder an stark zu rumpeln und zu dröhnen. Ich wurde mit aller Kraft wieder in eine Ecke meiner Box geworfen und auf einmal war alles still. Uhfff – das Schlimmste war geschafft!

Als ich durch die Gitterstäbe der Box meine Familie in der Ankunftshalle erblickte, konnte ich mich wieder etwas beruhigen. Allerdings freuten sie sich nicht wirklich überschwänglich mich gesund und einigermassen munter zu sehen. Was war denn los?
Ich glaube es hing damit zusammen, dass noch die Zollformalitäten erledigt werden mussten. Der Zöllner fragte nach dem NOC-Dokument, behändigte dieses und meinte dann, für ihn sei alles erledigt. Nun ging plötzlich alles ganz schnell. Ich wurde in rasantem Tempo aus der Flughalle zum Taxistand gerollt. Dabei fiel mir auf der anderen Seite der Halle eine schwarze Labrador-Hündin auf, die von zwei Männern mit einem Chip-Lesegerät in der Hand begleitet wurde. Ob es sich wohl um die Quarantäne-Offiziere handelte, die wir nach unserer Ankunft hätten aufsuchen müssen?
Auf jeden Fall wurde ich leider noch etwas weiter weg von der Hündin gebracht und hinter einer Bank versteckt bis ich ins Taxi verladen wurde.

In einer Wohnung, die meine Familie für die Zeit bis zur Ankunft unseres Autos mietete, konnte ich endlich die Box verlassen. Mir war es natürlich viel lieber hier mit meinem Rudel zu sein, als irgendwo in der Quarantäne.

Heute bin ich natürlich auf meine Flugerfahrung sehr stolz. Trotzdem bin ich lieber mit meinem kleinen fahrenden Haus unterwegs.

Mit einem Wuff, Wuff, Wuff verabschiedet sich

Captain Pippo

Vientiane – Bangkok

In Vientiane genossen wir das Stadtleben mit seinen Annehmlichkeiten. Wir konnten seit langer Zeit wieder einmal gutes Brot (Baguette) kaufen (in China gibt es kein Brot, das diesen Namen verdient), es gab Butter, Schinken und guten Käse . . . mhhh!

Je länger wir uns darüber informierten wohin unsere Reise uns wohl führen könnte, merkten wir, dass kein Weg an den Tempeln von Angkor Wat vorbeiführen darf. Also änderten wir unsere ursprünglichen Pläne und fuhren Richtung Süden, Richtung Cambodia. Über 1000 Kilometer folgten wir nun dem Flusslauf des Mekong.

Vom Tal des Mekong unternahmen wir verschiedene Abstecher in das Hinterland im südlichen Laos. Wir besuchten zahlreiche Wasserfälle. Dadurch konnten wir der wirklich grossen Hitze etwas entgehen. Sobald wir nur ein paar hundert Meter in die Höhe kamen, wurden die Temperaturen viel erträglicher, insbesondere in der Nacht kühlte es angenehm ab.

Auf dem Bolaven-Plateau auf ca. 1’500 m ü.M. fuhren wir auf kleinen Strassen und Pisten und genossen die Farbenpracht und Vielfältigkeit der Vegetation. Von hier kommt der berühmte Laos-Kaffee. Die Plantagen werden hier meist nicht industriell betrieben, sondern sind im Besitz von laotischen Familien.

Der Besuch der Höhlen von Konglor war für uns sehr beeindruckend. Deshalb ein eigener Bericht über dieses wirklich einmalige Naturwunder.

Auf unserer Reise gegen Süden statteten wir den Elefanten (siehe Bericht von Etienne) und den seltenen Irrawaddy-Delfinen einen Besuch ab. Diese Delfine gelten als die letzten überlebenden echten Süsswasserdelfine der Welt!

Der Mekong ist ein Strom von wirklich gigantischer Grösse. Wir verbrachten ein paar Tage auf einer Insel im Mekong, die 5 km breit und 18 km lang ist. Das Grenzgebiet zwischen Laos und Cambodia wird „4000 Islands“ genannt. Es könnten nach unseren Beobachtungen auch mehr sein.

Unser Abstecher nach Cambodia zu den Tempeln von Angkor Wat war einmalig. Die Grösse der Tempelanlagen, die Vielfältigkeit der Bauten und vor allem die unglaubliche Anzahl von in den Sandstein gemeisselten Figuren, Zeichnungen und Inschriften waren sehr beeindruckend. Wir fanden auf den über tausend Jahren alten Mauern Darstellungen von Ochsenwagen, die genau denjenigen entsprachen, die in ländlichen Gebieten noch heute benutzt werden.

Von Cambodia ging’s nun über die Grenze nach Thailand. Hier wollten wir in erster Linie einmal an den Strand fahren und im Meer baden. Seit unserer Abfahrt aus der Schweiz waren wir noch nie am Meer! Wir fanden an der Ostküste des Golfs von Thailand und auf der Insel Ko Chang ein paar wirklich schöne Plätze, um mit unserem Camper zu stehen. Am Morgen die Tür öffnen, fünf Meter gehen und im Meer schwimmen; was gibt es schöneres?

Zwei weitere Highlights in Thailand bestanden darin, dass wir die Gesellschaft von Freunden geniessen durften. Der Gastfreundschaft von Ueli und seiner Familie und dem Besuch von Mireille, Jürg, Eric und Raoul widmen wir separate Berichte.

Wir sind nun seit einigen Tagen in Bangkok, einer Grossstadt mit zehn Millionen Einwohnern. Entgegen unseren Befürchtungen ist Bangkok eine wirklich sehr angenehme Stadt. Sie ist zwar riesig, der Verkehr gigantisch, der Lärm enorm, trotzdem irgendwie gemächlich, charmant und sicher. In welcher Grossstadt kann man sich nachts zu Fuss noch frei bewegen? In Bangkok ist es möglich!

In Bangkok besorgten wir uns die Visa für die Weiterreise. Wir können nun nach Indien, Pakistan und Iran einreisen. Wie wir nach Indien kommen ist allerdings noch nicht klar. Der Landweg über Myanmar ist wegen der dortigen Situation wohl nicht möglich. Mit den notwendigen (chinesischen) Bewilligungen um über Laos, China (Tibet) und Nepal nach Indien zu reisen ist erst Mitte April zu rechnen, was uns zu spät ist.
Wir werden versuchen unser Fahrzeug von Malaysia nach Chennai (Madras) in Indien zu verschiffen. Mit sehr viel Glück können wir vielleicht auf dem Schiff mitreisen, was uns und auch Pippo am liebsten wäre. Wenn dies nicht möglich ist, werden wir samt Pippo fliegen müssen.

Daniel



















The wonder of Konglor

In Laos hatten wir das Glück ein Naturwunder zu sehen und zu erleben, das uns, und wohl auch vielen anderen Reisenden, bisher unbekannt war. Weder während der Reisevorbereitung noch im Reiseführer lonely planet sind wir auf dieses Naturphänomen gestossen.

Es handelt sich um einen Fluss in der Grösse der Aare bei niederem Wasserstand, der unter einem Berg hindurch fliesst. Das gemächlich fliessende Gewässer verschwindet plötzlich in einer Art Tor am Fuss einer mehrere hundert Meter hohen Felswand. Die Wasserstrasse führt 7,5 Kilometer (!) durch den Berg und wird nach dem Austritt wieder zu einem „normalen“ Fluss.

Mit einheimischen Führern und ausgerüstet mit Stirnlampen und Schwimmwesten fuhren wir in einem der hier typischen motorisierten Langboote durch das relativ kleine Felstor. In der Dunkelheit öffnete sich uns eine völlig neue Welt.

Im Scheinwerferlicht sahen wir am Anfang hunderte von Fledermäusen an der Höhlendecke. Die eineinhalbstündige Bootsfahrt führte abwechslungsweise durch riesige natürliche Gewölbehallen, vorbei an engen Felsvorsprüngen um anschliessend wieder in eine Art Seenlandschaft zu münden. Manchmal waren die Hallen derart hoch, dass auch die starken Scheinwerfer der Führer nicht bis zur Decke reichten. Zwischendurch mussten wir Untiefen zu Fuss überwinden. Es ist ein spezielles Gefühl nur im Lichtschein einer schwachen Stirnlampe im knietiefen Wasser zu waten.

Die ganze Situation war schon ein bisschen unheimlich. Lange Zeit völlige Dunkelheit, keine Möglichkeit sich irgendwie zu orientieren, undefinierbare Geräusche, die manchmal von irgendwoher zu hören waren. Auf alle Fälle waren wir froh, nach eineinhalb Stunden ganz weit weg ein kleines Licht zu sehen, das uns den Ausgang der Höhle anzeigte.

Auf der anderen Seite des Berges präsentierte sich uns wieder der idyllische, ruhige Fluss. Noch etwas benommen von diesem grossartigen Naturschauspiel waren wir froh uns an Land etwas ausruhen zu können.

Die Rückfahrt dauerte weniger lang, da wir flussabwärts fuhren und die Untiefen teilweise durchfahren werden konnten. An einer Stelle, die wir auf der Hinfahrt gar nicht bemerkt hatten, hielten die Führer das Boot an und wir konnten zu Fuss durch die Welt der Stalaktiten und Stalagmiten wandern. Ein kleiner Abschnitt der Höhle wurde beleuchtet, so dass wir auch ein paar Fotos machen konnten.

Die Flussdurchfahrt durch einen Berg war für uns ein wirklich faszinierendes Erlebnis, das den Namen „The wonder of Konglor“ tatsächlich verdient.

Daniel